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Ödeme



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Ödeme (Wassereinlagerungen, Wassersucht): Ansammlungen wässriger Flüssigkeit im Gewebe mit (meist) sichtbaren Schwellungen an der Hautoberfläche, die nicht gerötet und nicht schmerzhaft sind. Sie treten lokal begrenzt oder über den ganzen Körper verteilt (generalisiert) auf. Ödeme sind keine Krankheit an sich, sondern Begleiterscheinung einer zugrunde liegenden, eventuell schweren Erkrankung. Wird diese therapiert, verschwinden die Ödeme meist wieder.

Leichtere, venöse Ödeme nach langem Stehen, während der Schwangerschaft und kurz vor der Monatsblutung haben keinen Krankheitswert.

Eine spezielle Form des Ödems ist das Lymphödem.

Leitbeschwerden

  • Geschwollene Knöchel, Schwellungen an den Schienbeinen oder im Gesicht (je nach Ursache)
  • Bei bettlägerigen Patienten: Schwellung der Steißbeinregion
  • Rasche Gewichtszunahme
  • Manchmal nächtliches Wasserlassen.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn sich die Ödeme nicht über Nacht von selbst zurückbilden.

Die Erkrankung

Bei einem ausgeglichenen Wasserhaushalt herrscht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Flüssigkeitsausstrom aus den Kapillaren und dem Flüssigkeitseinstrom in diese hinein, d.h. es tritt Flüssigkeit im gleichen Maße in das umliegende Gewebe aus (Filtration) wie aus dem Gewebe in die Kapillaren zurückströmt (Reabsorption). Pro Tag gelangen so ~ 20 l Flüssigkeit durch die Kapillarwände in das umgebende Gewebe, 18 l davon fließen über die Venen wieder in das Gefäßsystem zurück und 2 l strömen indirekt durch das Lymphsystem zurück.

Bei Ödemen ist dieses Verhältnis gestört und es tritt zuviel Flüssigkeit aus den Kapillaren aus. Sie kann nicht vollständig zurückströmen und sammelt sich daher als Ödem im Gewebe. Häufigste veränderte Mechanismen aufgrund einer Erkrankung sind hierbei:

  • Eine Erhöhung des hydrostatischen Drucks (nach außen gerichtete Kräfte des Bluts auf die Kapillarwände), z. B. generalisiert bei der Herzinsuffizienz oder lokal nach venösen Thrombosen.
  • Eine Erniedrigung des kolloidosmotischen Drucks, da zu wenig Eiweiß im Blut ist (Hypoproteinämie), z. B. beim nephrotischen Syndrom oder der Leberzirrhose. Beim Gesunden sorgen kleine Eiweißbausteine im Blut für ein ausgeglichenes Druckverhältnis zwischen Kapillaren und angrenzendem Gewebe, Herzkranzgefäße.
  • Eine Störung des Abflusses der Lymphe, wenn die Lymphbahnen verlegt sind, z. B. infolge von Tumoren
  • Eine erhöhte Durchlässigkeit der Kapillarwände, beispielsweise bei Allergien oder Entzündungen
  • Auch Medikamente wie Kortison, Antidepressiva oder Kalziumantagonisten bringen manchmal die Bildung von Ödemen mit sich.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Ödeme erkennt der Arzt leicht anhand der charakteristischen Schwellungen. Zur Behandlung muss er nach der zugrunde liegenden Erkrankung fahnden und diese entsprechend behandeln. Dazu veranlasst er Blutuntersuchungen, um eine Nierenschädigung bzw. Störungen im Vitamin- und Mineralstoffhaushalt auszuschließen (Übersicht zu Vitaminen und Mineralstoffen).

Es folgen Urinuntersuchungen, um ein mögliches nephrotisches Syndrom zu identifizieren. Eine Flüssigkeitsbilanz ist notwendig, um herauszufinden, ob mehr Flüssigkeit aufgenommen als ausgeschieden wird. In diesem Fall röntgt der Arzt auch den Brustkorb, um das Herz und die Lunge, Pleuraerguss, zu prüfen. Per Ultraschall betrachtet er den Bauchraum, um eine Bauchwassersucht, Aszites, sowie eine Leberzirrhose auszuschließen. Ergänzend prüft er die Herzleistung mit einer Echokardiografie.

Weitere Untersuchungen hängen davon ab, welche Verdachtsdiagnose der Arzt nach der anfänglichen Untersuchung stellt.

Therapie. Für Patienten mit Ödemen besteht generell ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, daher verordnet der Arzt häufig blutgerinnungshemmende Medikamente. Wenn Ödeme im umgekehrten Fall als Begleiterscheinung von Thrombosen in den Beinvenen auftreten, werden sie mit Kompressionsstrümpfen behandelt.

Bei ausgeprägten Ödemen verabreicht der Arzt Medikamente zur Entwässerung, Diuretika, um die angestauten Flüssigkeitsansammlungen aus dem Gewebe auszuschwemmen. Diese sind sehr wirksam und auch nebenwirkungsarm, so dass sie oft auf Dauer verordnet werden, und zwar gerade dann, wenn sich die Ödemursachen nicht beseitigen lassen, z. B. bei Herzinsuffizienz. Gelegentliche Elektrolytkontrollen (Blutuntersuchung auf Natrium, Kalium und Chlorid) sind jedoch erforderlich.

Ist der Eiweißgehalt an Albumin im Blut sehr gering, verabreicht der Arzt je nach Ursache des Eiweißmangels Infusionen mit Albumin.

Begleitend wird, wenn irgend möglich, die Ursache der Ödeme mitbehandelt , z. B. ein Nierenversagen, da die Ödeme sonst schnell wieder „nachlaufen“.

Selbsthilfe

Harmlose venöse Ödeme, die auch bei Gesunden auftreten, bilden sich nach längerem Liegen wieder zurück (z. B. über Nacht). Tipps zur Selbsthilfe bei venösen Ödemen.

Sollte dies nicht eintreten, weist das Ödem auf eine Störung im Wasserhaushalt hin und kann Folge einer ernstzunehmenden Erkrankung sein.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Dieter Simon | zuletzt geändert am 15.04.2016 um 16:28


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