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Sonnenbrand und Sonnenallergie



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Sonnenbrand (fototraumatische Hautreaktion): Akute Hautreaktion auf übermäßige Bestrahlung mit Sonnenlicht, besonders dem Anteil an UVB. Das Ausmaß ist abhängig vom Hauttyp sowie von der Dauer und Intensität der Lichteinstrahlung. Ein Sonnenbrand heilt meist ohne sichtbare Spuren, schädigt aber langfristig die Haut und erhöht v. a. bei Auftreten in den ersten zwei Lebensjahrzehnten das langfristige Risiko für Hautkrebs.

Leitbeschwerden

 

  • Schmerzhafte Rötung, eventuell auch Schwellung und Jucken der betroffenen Hautbereiche, 4–8 Stunden nach Sonnenexposition einsetzend
  • Eventuell Blasenbildung, begrenzt auf das betroffene Areal
  • Eventuell Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Fieber und Erbrechen als Hinweis auf einen zusätzlichen Hitzschlag oder Sonnenstich
  • 36–48 Stunden nach Sonnenexposition lassen die Beschwerden nach, etwa 1 Woche danach beginnt sich die Haut abzuschälen.

Die Erkrankung

Akuter Sonnenbrand stellt eine Verbrennung der Haut dar. Er entsteht überwiegend durch UVB-Strahlen, die auch für die langfristige Bräunung verantwortlich sind. Gefährdet sind besonders die „Sonnenterassen“ des Körpers: Nase, Schultern und Füße. Etwa 3–8 Stunden nach dem Sonnenbad rötet sich die Haut (Sonnenbrand 1. Grades), schwillt an und bildet eventuell Blasen (Sonnenbrand 2. Grades). Sie spannt, brennt, ist berührungs- und druckempfindlich. Treten Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Fieber auf, lassen sie sich auf einen Sonnenstich zurückführen.

Sonnenbrände werden oft verharmlost, da die Reparaturmechanismen der Haut in der Regel innerhalb weniger Tage eine scheinbar vollständige Heilung bewirken. Wird diese Fähigkeit jedoch langfristig überfordert, steigt das Risiko für Krebsvorstufen (aktinische Keratose) und das maligne Melanom (Hautkrebs). Die Gefahr ist nach mehrfachen Sonnenbränden im Kindes- und Jugendalter besonders hoch.

Bei manchen Menschen reagiert sonnenentwöhnte Haut im Frühjahr mit einer Sonnenallergie (Lichtdermatose, Photodermatose) auf den UVA-Anteil der ersten intensiven Sonnenbäder. Nach Stunden bis Tagen kommt es zu Hautveränderungen wie roten Flecken, Quaddeln, Knötchen, Bläschen oder Rötungen, verbunden mit starkem Juckreiz. Wenn die Beschwerden abgeklungen sind, lässt sich die Haut meist problemlos an das Sonnenlicht gewöhnen. Eine besondere Form der Sonnenallergie stellt die Mallorca-Akne dar. Sie äußert sich durch Knötchen und starken Juckreiz im Bereich des Dekolletés, der Schultern oder des oberen Rückens. Im Gegensatz zur normalen Akne treten keine Eiterbläschen auf. Mallorca-Akne stellt häufig eine Reaktion auf Bestandteile von Sonnenschutzmitteln (wie Emulgatoren oder Fette) dar, tritt jedoch gelegentlich auch auf unbehandelter Haut auf.

Manche Medikamente machen die Haut empfindlicher gegen UV-Strahlung, sodass bereits mäßige Sonnenbestrahlung zu einem heftigen Sonnenbrand führt. Eine derartige fototoxische Reaktion ist z. B. möglich nach Einnahme bzw. äußerer Anwendung von manchen Neuroleptika, Antibiotika, Schmerzmitteln, Mitteln zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen, Johanniskrautpräparaten, Arnika, Baldrian und Vitamin-A-Präparaten zur Behandlung von Akne. Neben Medikamenten verursachen gelegentlich auch Nahrungsmittel mit Buchweizen eine fototoxische Reaktion, ebenso ätherische Öle in Parfums.

Selbstbehandlung

Nach dem Sonnenbad. Nach dem Abduschen von Schweiß, Sonnenschutzmittelresten und eventuell auch Sand (der die Haut stark reizt), empfiehlt sich das Auftragen einer Creme oder Lotion mit hohem Wasseranteil (O/W-Emulsion). Besonders gut eignen sich Aftersun-Präparate mit hautregenerierenden oder entzündungshemmenden Zusätzen wie Allantoin, Panthenol oder Bisabolol. Angenehm sind Schaumsprays (z. B. Bepanthen® Schaumspray), die sich ohne Einreiben auf der schmerzenden Haut verteilen lassen und einen kühlenden Effekt haben. Ob sie auch den Fett- und Feuchtigkeitsverlust der Haut auszugleichen vermögen, ist umstritten. Da stärkere oder großflächigere Sonnenbrände dem Kreislauf Flüssigkeit entziehen, ist es wichtig, viel zu trinken.

Nach dem Abklingen des Sonnenbrands unterstützt eine mindestens 2-wöchige Behandlung mit feuchtigkeitspendender Creme oder Lotion die Regeneration der strapazierten Haut.

Pflegeprodukte auf Fettgrundlage sind bei hitzegeschädigter Haut eher ungünstig, da der dichte Fettfilm den Heilungsprozess behindert.

Bei drohendem Sonnenbrand. Kündigt sich ein Sonnenbrand an, lässt sich die begleitende Entzündungsreaktion durch eine Behandlung mit kortisonhaltigen Cremes unterdrücken. Wenn starker Juckreiz auftritt, bringt das Auftragen eines rezeptfreien Hydrocortison-Präparats (z. B. Ebenol®) oder eines Antihistaminikums (z. B. Dimentiden in Fenistil®Gel) auf die betroffenen Hautbereiche Linderung. Bei starken Schmerzen hilft ein Schmerzmittel (z. B. Paracetamol in ben-u-ron®).

Sondertext: Sonnenschutzmittel

Komplementärmedizin

Bei Verbrennungen 1. und 2. Grades haben sich physikalische Therapien wie Hydrotherapie (Umschläge), Pflanzenheilkunde und Homöopathie bewährt, ansonsten sind eine kühle Umgebung und das sorgfältige Abdecken der betroffenen Hautareale empfehlenswert. Die sich neu bildende Haut ist sehr empfindlich und sollte frühestens nach 4–6 Wochen wieder der Sonne ausgesetzt werden.

Hydrotherapie. Sanfte Mittel gegen Juckreiz und Schmerzen sind kühle Umschläge: Dazu taucht man Baumwoll- oder Leinentücher in kühles Leitungswasser, eventuell mit einem Zusatz von Essig oder Gerbstoffen, und legt diese anschließend für 10–20 Minuten auf die betroffenen Hautstellen. Während das Wasser verdunstet, kühlt und beruhigt es die Haut. Lindernd wirken auch Kompressen mit abgekühltem schwarzen Tee. Dagegen warnen Hautärzte vor der Verwendung der Hausmittel Quark und Buttermilch, insbesondere auf offenen Stellen, da die sich darin befindlichen Bakterien auf der geschwächten Haut zu Infektionen führen können.

Pflanzenheilkunde. Mäßig verbrannte Haut erholt sich oft schneller, wenn sie mit frischem Zitronensaft behandelt wird. Auch Apfelessig desinfiziert und beruhigt die Haut, lindert zudem die Schmerzen und wirkt bei sofortiger Anwendung der Bildung von Schwellungen und Bläschen entgegen. Zur unterstützenden Heilung bei stärkeren Sonnenbränden eignen sich Präparate mit Auszügen aus der Ringelblume (Calendula officinalis), denen entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften zugeschrieben werden. Äußerlich empfiehlt sich die Anwendung einer Arnikaessenz (z. B. Combudoron® Gel). Ergänzend anwendbar sind Aloe, Hamamelis und Eichenrinde: Aloe wird längs durchschnitten und die gallertartige Blattseite direkt auf die Haut gelegt. Hamamelis und Eichenrinde eignen sich frisch oder getrocknet, um daraus einen Tee zu kochen. Nach dem Erkalten tränkt man Baumwolltücher und legt sie auf die Haut. Ein Tipp: Die mit Tee getränkten Tücher können im Kühlschrank gelagert werden. Auch Bäder mit Kamillenblüten wirken lindernd.

Naturheilmittel wie Apfelessig nie auf offenen Brandwunden anwenden, da sie den Wundschmerz verstärken. Bei Verbrennungen größerer Hautareale, offenen Stellen oder Kreislaufproblemen immer einen Arzt aufsuchen und die verbrannte Fläche lediglich mit einem sterilen bzw. frisch gewaschenen Tuch abdecken.

Homöopathie . Bei starkem Brennschmerz mit Hautrötung ist Atropa belladonna hilfreich, bei Verbrennungen mit Blasenbildung und starken Schmerzen Lytta vesicatoria. Ist die betroffene Hautpartie glänzend rot und geschwollen, ist Apis mellifica das homöopathische Mittel der Wahl.

Vorsorge

Vermeiden Sie intensive Sonneneinstrahlung, vor allem in den Mittagsstunden, und schützen Sie sich durch geeignete Kleidung oder Sonnenschutzmittel. Eine langsame Steigerung der Aufenthaltsdauer in der Sonne verringert die Sonnenbrandgefahr und führt zu einer lang anhaltenden, schützenden Bräune. Wenn Sie zu Sonnenallergie neigen, sollten Sie auf Sonnenbäder ganz verzichten. Leiden Sie unter einer chronischen Hauterkrankungen, fragen Sie Ihren Arzt, ob ausgedehnte Sonnenbäder die Erkrankung verbessern (möglich, aber eher selten) oder verschlimmern.

Eine Mallorca-Akne lässt sich häufig durch emulgatorfreie Sonnenschutzmittel vermeiden, z. B. Ladival® Allergische Haut oder sun ozon sensitiv®).


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 30.06.2016 um 16:37


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