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Wie wirken Wickel und Auflagen?



Wie der Name sagt, werden Wickel um einen Körperteil geschlungen. Durch Wickel lässt sich Wärme zuführen (warme Wickel) oder auch entziehen (kalte Wickel), dadurch wird die Durchblutung beeinflusst und eventuell Schmerzen und Entzündungen gelindert. Gleichzeitig können Wirkstoffe in die Haut eindringen (etwa aus Zwiebel, Zitrone oder Quark).

Auflagen werden im Gegensatz zum Wickel nicht rundum gewickelt, sondern nur aufgelegt und mit einer Binde fixiert. Sie wirken aber grundsätzlich genauso wie Wickel. Werden große Körperflächen bedeckt, so spricht man auch von Packungen. Kleine Auflagen werden als Kompressen bezeichnet. Zu den Auflagen im weiteren Sinne gehört alles, was „aufgelegt“ wird, also Kissen und Säckchen (z. B. Zwiebelsäckchen, Lavendelsäckchen, Kirschkernsäckchen) oder die „heiße Rolle“. Sie verschafft Linderung bei Kopfweh, Muskelverspannungen und steifem Nacken, indem durch trockene Wärme die Durchblutung gefördert und die Muskulatur entspannt wird.

Grundausrüstung. Medizinfachgeschäfte und Apotheken bieten Wickel-Fertigsets an, die Ausrüstung lässt sich jedoch genauso gut aus Geschirrtüchern, Handtüchern, Betttüchern und ähnlichem zusammenstellen:

  • Innentuch aus Baumwolle oder Leinen (Geschirrtuch oder Taschentuch, synthetische Materialien sind nicht gut, sie begünstigen den Wärmestau). Legen Sie das Innentuch auf Größe des zu umwickelnden Körperteils zusammen, tragen Sie die Heilsubstanz auf bzw. tunken Sie das Tuch in Wasser und wringen es aus. Für heiße Wickel müssen Sie das Innentuch stark auswringen, der Wickel wird dann besser vertragen und hält die Wärme länger. Legen Sie das Tuch möglichst straff und faltenfrei auf („Luftlöcher“ werden als unangenehm kalt empfunden).
  • Zwischentuch aus Baumwolle oder Küchenpapier. Es ist nur bei sehr feuchten Wickeln (etwa bei Quarkwickeln) notwendig – legen Sie es dann einfach dem Innentuch auf.
  • Außentuch (z. B. Badetuch oder Flanneltuch): Dieses soll die Temperatur des Wickels halten und das Bett vor Nässe schützen. Es sollte etwa so groß sein, dass es 1½-mal um den Körper reicht. Lassen Sie es oben und unten den „Innenwickel“ etwas überragen, um das Eindringen von Kälte zu verhindern. Wickeln Sie das Außentuch stramm um das Innen- bzw. Zwischentuch und fixieren Sie es mit Pflaster-Klebeband, Verbandsklammern oder Sicherheitsnadeln.
  • Unterlage (z. B. dickes Handtuch oder Plastikunterlage), damit das Bett bzw. das Leintuch nicht nass werden.

Wickelregeln. Warme Wickel sollten so heiß wie möglich sein. Das Innentuch wird dazu in eine Schüssel mit 50 °C heißem Wasser eingetaucht. Um die Temperatur zu prüfen, legen Sie das Innentuch vor dem Aufbringen kurz auf die Innenseite Ihres Unterarms. Wenn es Ihnen dort nicht zu heiß ist, wird es gut vertragen. Damit die Wärme des Innentuchs länger anhält, sollten auch Zwischen- und Außentücher vorgewärmt werden, z. B. zwischen Wärmflaschen oder im Backofen bei 50 °C. Auch während der Anwendung kann der Wickel durch Auflage einer Wärmflasche länger warm gehalten werden.

Bei unangenehmen Reaktionen (Kälte und Frösteln, Hautjucken oder -reizung) nehmen Sie den Wickel ab, waschen den gewickelten Bereich rasch mit einem lauwarmen Waschlappen, rubbeln ihn gut ab und decken ihn warm zu.

Kühle Wickel (z. B. Wadenwickel oder Halswickel) werden gewechselt, wenn sie körperwarm geworden sind, das kann – vor allem bei Kindern – schon nach 10–15 Minuten der Fall sein. Einen trockenen, kalten Wickel sollten Sie entfernen, weil er sonst das Gegenteil dessen bewirkt, wofür er gedacht ist (trockene Wickel wärmen).

Warme Wickel dagegen bleiben länger liegen, von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden – oder so lange, bis sie dem „Gewickelten“ zu kühl oder unangenehm werden.


Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Herbert Renz-Polster | zuletzt geändert am 17.03.2016 um 17:58


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