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Wie wir älter werden



Auf die Frage, wie die biologische Uhr tickt – letztendlich also, wie das programmierte Altern unserer Zellen abläuft – gibt es eine Reihe von Erklärungsmodellen, z. B. die fortschreitende Verkürzung der Telomere, die Anhäufung von Stoffwechselabfallprodukten in den Zellen (z. B. des Lipofuszins) oder die Theorie vom oxidativen Stress. Ein Fazit lässt sich schon jetzt aus den verschiedenen Theorien ziehen: Das Alter wird nicht nur von einem, sondern von mindestens einem halben Dutzend Zahnrädchen gesteuert, die gemeinsam das biologische Uhrwerk ausmachen. Die Evolution geht bei diesem zentralen Prozess sozusagen auf Nummer sicher.

Dazu passt auch die Tatsache, dass unsere Organsysteme in etwa synchron altern. Quelle:[C03] Das Gehirn eines 80-Jährigen ist ähnlich alt wie sein Herz oder seine Nieren. Alles andere wäre Energieverschwendung: Es macht von der Evolution her gesehen keinen Sinn, etwa das Herz oder die Lungen im Verlauf des Lebens jung zu halten, die Nieren aber altern zu lassen. Die Reservekapazität aller Organe wird also kleiner und kleiner, bis die Organe den zusätzlichen Belastungsspitzen, seien es Krankheiten oder die Belastungen des Alltags, nicht mehr gewachsen sind. Dies ist der Grund, warum der alte Mensch gegen hunderte von Krankheiten in allen Bereichen anfälliger ist: Er bekommt häufiger Krebs, aber auch öfter Infektionskrankheiten, Autoimmunerkrankungen, Sehbehinderungen, Depressionen, Hörverluste, ja, selbst Unfälle sind im Alter weitaus häufiger.

Wie stark die einzelnen Organsysteme – trotz der individuellen Einzigartigkeit, mit der jeder den Alterungsprozess erlebt – in etwa durch altersbedingte körperliche Veränderungen betroffen sind, verdeutlicht die nachfolgende Tabelle.

Übersicht über die Abnahme verschiedener Organleistungen zwischen dem 30. und dem 75. Lebensjahr (Prozentwerte gerundet)

Quelle:[C20]

Organleistung

Sinkt um

Mögliche medizinische Probleme

Gehirngewicht

45 %

Sinkende Gedächtnisleistung

Gehirndurchblutung

20 %

Geringere Durchblutungsreserve, z.B. bei einer Operation, dadurch Neigung zum Schlaganfall.

Nervenleitungsgeschwindigkeit

10 %

Herabgesetzte Reaktionsgeschwindigkeit

Zahl der Geschmacksknospen

65 %

Unlust am Essen („alles schmeckt fade“)

Maximaler Pulsschlag

25 %

Geringere körperliche Leistungsfähigkeit

Herzschlagvolumen im Ruhezustand

30 %

Geringere körperliche Leistungsfähigkeit

Nierenfiltrationsleistung

30 %

Langsamere Ausscheidung von Medikamenten

Maximale Sauerstoffaufnahme des Blutes

60 %

Geringere Leistungsreserven z.B. in Höhenlagen

Vitalkapazität der Lunge

45 %

Einschränkung z.B. der Operationsfähigkeit, d.h. kreislaufbelastende OPs sind nicht mehr durchführbar

Kalziumgehalt der Knochen

Frau: 30 % Mann: 15 %

Osteoporose mit der Gefahr von Knochenbrüchen

Muskelmasse

30 %

Geringere körperliche Leistungskraft

Grundstoffwechsel

15 %

Übergewicht bei nicht angepasster Ernährung

Gesamtkörperwasser

20 %

Gehäufte Probleme im Wasserhaushalt

Weiterführende Informationen

  • I. Füsgen: Geriatrie. Kohlhammer, 2004. Der Klassiker unter den Fachbüchern über das Altern, in zwei Bänden. Obwohl ein Fachbuch für Mediziner, ist es auch für Nichtfachleute sehr gut lesbar, und auch die sozialen und psychischen Seiten des Alterns finden angemessenen Raum.

Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Georg Betz, Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 15.03.2016 um 16:26


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